NEANDER 2009
30. April 2009
Es ist soweit: Der Frühling ist ausgebrochen - und mit ihm die Freude am zweirädrigen Umhervagabundieren. Natürlich hat Neander über die Winterzeit nicht geschlafen, sondern, wie es sich gehört, gewaltig Hausaufgaben gemacht. Die Wünsche und Kritikpunkte der Messebesucher und vor allem der Testfahrer des vergangenenen Jahres haben wir nicht unbarmherzig an uns vorbeiziehen lassen.
Zur Saison 2009 erscheint die Neander noch bulliger, noch knackiger, noch tiefer und noch breiter. Der Achsabstand und der Preis haben sich nicht geändert.
Was ist passiert? Nun, der archaische Choppersitz des letzten Jahres hat sich bei vielen Fahrern zwar als ultracool, wohl aber doch zu strapaziös erwiesen. So wurde nun blitzgescheit aus den Zeichnungen alter Tourensättel ein völlig neuer Sitz entworfen, der es wahrhaft in sich hat. Einmal bestiegen, mag man das Fahrzeug kaum noch abstellen. Der Ledersitz hat sich dank seiner ergonomischen Grundpfanne als wahren Segen fürs Hinterteil erwiesen. Gleichzeitig wurde - um die Sache nicht allzu plump erscheinen zu lassen - ein großartiges, kurzes Heck angesetzt, das nicht nur die Fahrtrichtungsanzeiger versteckt beherbergt, sondern vor allem das knackige Hinterrad sehr viel besser zur Geltung kommen lässt. Hier wird nun endgültig ein 260er Reifen seinen Dienst verrichten. Er hat an unserem Motorrad definitiv die besten Fahreigenschaften und sieht außerdem astrein aus.
Die gesamt Heckpartie ist so gelungen, daß selbst Hinterhof-Customizer wenig Ansatzpunkte zum „Umstylen“ finden werden.
Ganz brandheiß: Die Instrumentenanzeigen befinden sich nun in den Rückspiegeln. Das erlaubt nicht nur eine bessere bzw. sauberere Tanklinie, sondern ist zudem unauffällig und ultramodern. Analogisten können natürlich weiterhin auf die VDO-Tachoeinheit beharren, wir sind da flexibel, wie man weiß. Dann gibts eben keine Spiegel….;-)
Ebenfalls von berauschender Schönheit: Die neue Auspuffanlage! Die je zwei Auslasskrümmer pro Zylinder laufen nun am Ende zu einer gemeinsamen Auspufftüte zusammen, die rechts hinter dem Getriebe aus dem Motorrad schaut. Kürzer, knackiger und mit schlichterer Eleganz lässt sich dieses Thema kaum umsetzen.
Die revolutionäre Doppelgabel wurde in wenigen, von außen kaum sichtbaren Details optimiert und glänzt mit seidenweichem Ansprechverhalten.
Auch in Sachen Lackierung sind wir etwas weltoffener geworden. Nachdem im letzten Jahr das weiße Model die Messebesucher aus der Bahn geworfen hat, gibt es nun auf Wunsch eines einzelnen Kunden sogar eine Version in klassisch britischem Grün mit goldfarbenen Applikationen, wie sie in den Siebzigern unter Tablettensüchtigen ganz groß in Mode waren.
Insgesamt sind wir unseren Motti treu geblieben und bieten das stärkste und gleichzeitig sparsamste Serienmotorrad der Welt an. Kein anderes Serienmotorrad weist einen ähnlich gewaltigen Radstand auf. Kein anderes Motorrad der Welt vermag selbst korpulenteste Naturen auf Schlag in eine neue Umlaufbahn der Bedieselung katapultieren. Der Motor wird von unseren Ingenieuren wie Fahrern gleichermaßen als „perfekt“ bezeichnet und schnurrt von ganz unten bis in höchste Drehzahlbereiche wie ein tollwütiger Eisbär im Seehundbecken.
Die Neander 2009 ist nach wie vor ein straßenverkehrstechnischer Überhammer der Extraklasse und in dieser überarbeiteten Ausgabe auch komfortmäßig nicht zu toppen. Eigentlich Schade, daß wir diese Dinger auch noch verkaufen müssen…..
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