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NEANDER 2009

Donnerstag, den 30. April 2009

Es ist soweit: Der Frühling ist ausgebrochen - und mit ihm die Freude am zweirädrigen Umhervagabundieren. Natürlich hat Neander über die Winterzeit nicht geschlafen, sondern, wie es sich gehört, gewaltig Hausaufgaben gemacht. Die Wünsche und Kritikpunkte der Messebesucher und vor allem der Testfahrer des vergangenenen Jahres haben wir nicht unbarmherzig an uns vorbeiziehen lassen.

Zur Saison 2009 erscheint die Neander noch bulliger, noch knackiger, noch tiefer und  noch breiter. Der Achsabstand und der Preis haben sich nicht geändert.

Was ist passiert? Nun, der archaische Choppersitz des letzten Jahres hat sich bei vielen Fahrern zwar als ultracool, wohl aber doch zu strapaziös erwiesen. So wurde nun blitzgescheit aus den Zeichnungen alter Tourensättel ein völlig neuer Sitz entworfen, der es wahrhaft in sich hat. Einmal bestiegen, mag man das Fahrzeug kaum noch abstellen. Der Ledersitz hat sich dank seiner ergonomischen Grundpfanne als wahren Segen fürs Hinterteil erwiesen. Gleichzeitig wurde - um die Sache nicht allzu plump erscheinen zu lassen - ein großartiges, kurzes Heck angesetzt, das nicht nur die Fahrtrichtungsanzeiger versteckt beherbergt, sondern vor allem das knackige Hinterrad sehr viel besser zur Geltung kommen lässt. Hier wird nun endgültig ein 260er Reifen seinen Dienst verrichten. Er hat an unserem Motorrad definitiv die besten Fahreigenschaften und sieht außerdem astrein aus.
Die gesamt Heckpartie ist so gelungen, daß selbst Hinterhof-Customizer wenig Ansatzpunkte zum „Umstylen“ finden werden.
Ganz brandheiß: Die Instrumentenanzeigen befinden sich nun in den Rückspiegeln. Das erlaubt nicht nur eine bessere bzw. sauberere Tanklinie, sondern ist zudem unauffällig und ultramodern. Analogisten können natürlich weiterhin auf die VDO-Tachoeinheit beharren, wir sind da flexibel, wie man weiß. Dann gibts eben keine Spiegel….;-)

Ebenfalls von berauschender Schönheit: Die neue Auspuffanlage! Die je zwei Auslasskrümmer pro Zylinder laufen nun am Ende zu einer gemeinsamen Auspufftüte zusammen, die rechts hinter dem Getriebe aus dem Motorrad schaut. Kürzer, knackiger und mit schlichterer Eleganz lässt sich dieses Thema kaum umsetzen.

Die revolutionäre Doppelgabel wurde in wenigen, von außen kaum sichtbaren Details optimiert und glänzt mit seidenweichem Ansprechverhalten.

Auch in Sachen Lackierung sind wir etwas weltoffener geworden. Nachdem im letzten Jahr das weiße Model die Messebesucher aus der Bahn geworfen hat, gibt es nun auf Wunsch eines einzelnen Kunden sogar eine Version in klassisch britischem Grün mit goldfarbenen Applikationen, wie sie in den Siebzigern unter Tablettensüchtigen ganz groß in Mode waren.

Insgesamt sind wir unseren Motti treu geblieben und bieten das stärkste und gleichzeitig sparsamste Serienmotorrad der Welt an. Kein anderes Serienmotorrad weist einen ähnlich gewaltigen Radstand auf. Kein anderes Motorrad der Welt vermag selbst korpulenteste Naturen auf Schlag in eine neue Umlaufbahn der Bedieselung katapultieren. Der Motor wird von unseren Ingenieuren wie Fahrern gleichermaßen als „perfekt“ bezeichnet und schnurrt von ganz unten bis in höchste Drehzahlbereiche wie ein tollwütiger Eisbär im Seehundbecken.

Die Neander 2009 ist nach wie vor ein straßenverkehrstechnischer Überhammer der Extraklasse und in dieser überarbeiteten Ausgabe auch komfortmäßig nicht zu toppen. Eigentlich Schade, daß wir diese Dinger auch noch verkaufen müssen…..

Neander 2009

Neander von hinten

Neander goes TÜV

Montag, den 30. Juni 2008

ENDLICH! ! Nun ist es offiziell: Die Serien-Neander darf auf öffentlichem Asphalt rumballern. Nach einigen demütigenden Änderungen in Sachen „freche Technik meets öffentlichen Strassenverkehr“ und etlichen fehlgeschlagenen Bestechungsversuchen an TÜV-Mitarbeitern hat die Neander den TÜV-Segen und darf in dieser entgültigen Form in Serie gebaut und straffrei auf unseren Strassen gefahren werden. Unser Versuch, die Rechts- vor Links Regel und das Rechtsüberholverbot für Neanderfahrer ungültig zu erklären, wurde leider abgeblockt.

Die innovative Gabel, der gewaltige Radstand und das extrem verwindungsteife Fahrwerk hat letztendlich auch die ärgsten Skeptiker überzeugen können - das Fahrzeug ist, was Fahrwerksverhalten und Handling angeht, in dieser Form nicht mehr zu verbessern und erhielt von allen behördlichen Seiten höchstes Lob.

Vorstandsvorsitzender Lester ließ es sich nicht nehmen, auf der alljährlichen Motorradtour des Bundestages mit der Maschine rumzuprotzen und durfte gleich mal die Zuverlässigkeit des Motorrades auf Langstrecken unter Beweis stellen. Dass wir auch auf ergonomischer Seite in den letzten Monaten richtig gewirkt haben, wusste am Ende sogar sein Hintern zu berichten. Sitz- und Fahrkomfort erhielt von ihm die Note 1. Wenn die letzte Diätenerhöhung etwas reichlicher ausgefallen wäre, hätte er (Herr Lester, nicht sein Hintern) während der einwöchigen Tour sicher das eine oder andere Modell an den prominenten Mann bringen können…..

Wir  verharren in dankbarer Demut vor den Göttern der Technik und bereiten uns zaghaft auf die Sommerpause vor, um dann zum Herbst unsere Fliessbänder zu ölen. <br>Let´s diesel!!

Vorstand Lutz W. Lester auf der Bundestagstour 2008

Die ultimative Mackersonnenbrille

Dienstag, den 8. April 2008

Jetzt ist es soweit, liebe Freunde: Die Schöngeister unserer
Gestaltungsabteilung haben ein erstes Nebenprodukt ersonnen, das
unmißverständlich zur Neander gehört und ihr an Exklusivität beinahe
das Wasser reichen kann: Die ultimative Mackersonnenbrille aus echtem
Acetat, handgesägt und geschliffen, mit im Bügel eingelassenen
Neanderlogo.

Zielsicher, wie wir in der Namensgebung sind, gehorcht
sie auf den Namen Onassis. Echtes Qualitätsglas der Spitzenklasse,
von außen dunkel und beim Durchschauen erstaunlich lichtstark - so
wollen wir es haben. Zweihundert Stück haben wir fertigen lassen -
passt genau zu der Anzahl Jethelme, die wir demnächst auf Lager haben.

Wir haben verschiedene Grundgestelle 8 Wochen lang in allen
Lebenslagen getestet - unser Montageleiter Tim K. hat damit sogar
über Ostern geschlafen - zumindest sieht sein Modell jetzt so aus.
Die Onassis hat in Sachen Tragegefühl, Komfort, Wertigkeit und
Aussehen alle anderen um Längen übertroffen und wurde einstimmig zum
Sieger erklärt. Der Fahrtauglichkeitstest war ein reines Vergnügen:
Selbst bei 80 km/h auf der Landstraße ließ es sich problemlos ohne
Visier cruisen - es ist tatsächlich die ideale Motorradbrille für
Frechdachse und Superhelden - wie Neanderpiloten es nun mal sind.

Ab sofort lieferbar für Euro 129,- zzgl. Versandkosten.

Schicken Sie uns einfach eine E-Mail an info@neander-motors.com

Herren Sonnebrille

NEANDER auf den “Berliner Motorradtagen” vom 28.3. bis 30.3.

Dienstag, den 18. März 2008

Liebe Freunde, der Spaß nimmt kein Ende! Nachdem wir mit Bravour die Dortmunder Motorradtage überstanden haben - neben interessanten Fassbiererlebnissen hatten wir als weiteres Highlight auch die Präsentation unserer Neander zu verzeichnen - sind wir schon wieder im Begriff, unser Bündelchen zu schnüren, um vom 28.3. bis 30.3. auf den “Berliner Motorradtagen” präsent zu sein

In Dortmund wurden uns die Flyer aus den Händen gerissen und nur wenige, sicherlich halbblinde, mutterlos aufgewachsene Wesen verstiegen sich dazu, über unser prächtiges Motorrad herzuziehen. Die allgemeine Resonanz war herzerfrischend positiv und gibt uns Mut und Kraft für Berlin.

So werden Sie also unsere Nummer 002 (die Weiße) im Revier des Berliner Bären in Augenschein nehmen können, während Nummer 001 (die schwarze) beherzt durch die Holsteinische Schweiz getreten wird, um die aktuellen Optimierungen beim Fahrwerk dem rauhen Wind des Nordens auszusetzen.

Resultierend aus der Publikumsresonanz haben wir bei allen Modellen die Sitzschale etwas ergonomischer gestaltet und das Heckteil um 50mm abgesenkt.

Die Nummern 003 und 004 werden derweil fachgerecht montiert, damit wir furchtlos in den Frühling starten können - beide werden in erfrischendem Frühlingsschwarz mit zarten Antrazitakzenten herausgeputzt.

NEANDER in DortmundGanz in weiß - mit dem neuen HeckteilBerliner Motorradtage vom 28. - 30.03.

Neander im Ruhrpott

Dienstag, den 26. Februar 2008

Es nimmt kein Ende: Die Neander Motorräder werden von Messe zu Messe geschleift. Immer wieder aufs neue geputzt, weil der Lack von neugierigen Blicken erstumpft ist, wird eines unserer Modelle nun vom 28. 02. bis 02.03. in Dortmund zu bewundern sein.

Spitzen Sie ihre Kamera an, schnallen Sie den Ranzen um, damit der Neander-Prospekt Platz hat und lassen Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen, eines der innovativsten Motorräder der Neuzeit zu betrachten und näher unter die Lupe zu nehmen.

Die Dortmunder Motoradmesse gilt als eines der Highlights in Sachen europäischer Motorradausstellungen - wir freuen uns schon jetzt auf Ihr Urteil, egal, in welche Richtung Sie es fällen werden. Für Lob gibt es einen leckeren Keks.

dopostermini.jpg

Neander goes Fisch-City

Mittwoch, den 23. Januar 2008

Seht her, ihr Lieben: Auch der Norden soll einen Blick auf unser Motorrad werfen dürfen! Vom 25. bis 27. Januar sind wir auf den Hamburger Motorradtagen vertreten – natürlich mit unserem eigenen Stand: Halle 1 EG Stand 11. 

Tut uns den Gefallen und löchert uns mit Fragen, beschimpft uns wegen des hohen Preises und lobt uns für unser Durchhaltevermögen und unseren Mut. 

Die strahlend weisse Neander Mod.Nr. 0002 hält ihren schmutzigen kleinen Spoiler in die salzige Hafenluft und ist bereit, sich von allen Seiten befummeln zu lassen. Unsere Leute übrigens auch.  htm1.gif

Eine kleine Nachlese zur „Custombike“ und Essen Motor Show 2007

Mittwoch, den 16. Januar 2008

Mit leichten Nackenschmerzen, die von der unergonomischen
Bauweise handelsüblicher Ausnüchterungszellen herrühren, können
wir mit strahlenden Augen der Zukunft ins wettergegerbte Antlitz
blicken. Die Vorstellung der Neander war ein voller Erfolg -
sowohl auf der Custombike in Bad Salzuflen als auch auf der
Essen Motorshow.

Halt! - wird jetzt der eine oder andere sagen, ich hab euch doch
auf der Messe gesagt, dass ich euer Motorrad potthässlich finde!

Stimmt genau, es gab natürlich auch Kritik, aber vor allem den
geballten Faustschlag Lob und Anerkennung, und das auch aus der
oberen Etage des Fahrzeugbaues. Insgesamt wurde der
herausragend innovative Charakter unseres Motors gewürdigt, aber
auch die gestalterische Umsetzung und die hervorragende
Verarbeitung unseres Fahrwerks. Für uns Ansporn genug, genau so
weiter zu machen, wie wir es vorhatten.

Während die Besucher der Messe in Bad Salzuflen durchaus im
Bilde waren, was die Entwicklung der Neander angeht, sind in Essen vielfach auch kurzfristig neugierig gewordene Betrachter zu verzeichnen gewesen.

Aber beide Veranstaltungen waren für viele Interessenten und Fachleute bestens dazu geeignet, sich intensiv und hautnah mit der Neander zu beschäftigen.

In Essen ist Beobachtern unserer Motorradentwicklung etwas seltsames aufgefallen: Dort stand eine WEISSE Neander. Warum? War uns die Farbe ausgegangen? Hat unser Lackierer einen Sehfehler?

Nichts dergleichen - vielmehr hatten wir uns zu einem Experiment entschlossen. Neben der klassisch schwarzen Variante für den unverbesserlichen “Böses-schwarzes-Motorrad-Freund” dachten wir an diejenigen, denen die alten Porsche Carreras, Harley-Superglides, Guzzi 850 GT in ihren zeit- und schnörkellos weißen Kleidern gefallen. Und die sich diese Klassiker in keiner anderen Farbe (wobei weder weiß noch schwarz offiziell eine Farbe ist) vorstellen mögen.

Zu Recht, denn diese Veteranen aus einer Zeit, als Sex noch sicher und Faustkampf noch ehrenhaft war, haben sich mit ihrem strahlenden Abbild für immer in unsere Netzhäute gebrannt. Und so entschlossen wir uns, eine Neander in weiß auf die Räder zu stellen, auch um das Publikum zu fragen, wie es denn so gefällt.

Black rules - white shines.

Unser „Messevater“ in Essen, die Firma Brembo, zeigte sich
durchaus beeindruckt über die Resonanz, die unser Motorrad
hervorgerufen hat - immerhin stand es hier in exklusiver
Gesellschaft unter höchstpreisigen Luxusautos. Die Neander war
in der Tat eines der meistfotografierten Fahrzeuge der
Essener Messe.

Und was haben wir von all den Mühen und kulinarischen
Plackereien? Richtig: Sodbrennen und - man höre und staune -
eine ganze Reihe neuer Bestellungen!!

Wir danken allen von Herzen, die auf diesen Veranstaltungen mit
uns gesprochen haben und denen, die sich die Mühe gemacht haben,
mit uns und einem erhobenen Zeigefinger ums Motorrad zu krabbeln
- und wünschen jedem, der diese Zeilen liest, ein astreines
2008. Let´s diesel!

Essen Motorshow 2007

Black rules - white shines.

Gleich zwei Messen sind in diesem Jahr noch fällig, auf denen die NEANDER präsentiert wird

Mittwoch, den 28. November 2007

Neander meets CUSTOMBIKE 2007

Vom 30. November bis zum 2. Dezember findet in Bad Salzuflen Europas größte Messe für Custom Bikes statt – das Dorado für Freunde ausgefallener und umgebauter Motorräder.

Auch wir werden vor Ort sein – unser Motorrad wird nicht nur am Stand zu bestaunen sein, sondern im Rahmen einer Bühnenpräsentationen in allen Einzelheiten von unserem Marketing Manager Jan “Mr. Speedtrowsers” Poppe vorgestellt.

Hier wird erstmal „live“ an der Neander gefummelt und erklärt – eine technische Unterweisungspremiere sozusagen! Vielleicht sollten auch sie es ins Auge fassen, sich dem Wahnsinn der gechoppten und getunten Zweiräder zu ergeben – genießen sie den unschlagbaren familiären Charme einer der schillerndsten Zweiradmessen der Welt.

Wir denken, hier sind wir in guten, öligen Händen…

Mehr Infos zur Messe finden Sie hier: www.custombike2007.de




ESSEN MOTORSHOW is calling

Eine der etabliertesten Messen Europas zum Thema Luftverpestung auf zwei oder mehr Rädern ist zweifellos die Essen Motorshow. Hier ist wirklich alles zu finden, was auch nur ansatzweise mit Fahrzeugen zu tun hat - zum Beispiel Ehefrauen oder Gummihandschuhe.

Natürlich sind auch all unsere Zulieferer mit ihren Produkten präsent und wir freuen uns, dass Brembo, unser weltbester Bremsenhersteller, uns eingeladen hat, eines unserer Fahrzeuge auf seinem Stand als abschreckendes Beispiel zur Schau zu stellen.

So können Sie also neben den vorzüglichen Produkten der italienischen Meister der Verzögerungstechnik in aller Ruhe unser Zweirad bestaunen – in diesem Fall sogar das Modell “001″, die erste offiziell zum Verkauf stehende Maschine.

Nutzen Sie die Gelegenheit und hinterlassen Sie einige Fingerabdrücke auf den Lackteilen – wir werden es zu würdigen wissen! Fast alle unsere Zulieferer werden ebenfalls präsent sein und warten auf Ihre kritischen Augen.

Also die Brille nicht vergessen! Und die falschen Wimpern! Die Motorshow – dieses Jahr vom 1.12. bis 9.12. – ist ein absolutes „Must“ für Benzinfreaks und Campingtoilettenbewohner und wird uns allen jede Menge Spaß bereiten – Hand drauf!

Mehr Infos zur Messe gibt es hier: www.essen-motorshow.de

Fahreindrücke auf einer Ölverbrennungsanlage

Donnerstag, den 8. November 2007

Unser Designer, einigen Motorradfeinschmeckern auch als „Frau Reuter“ bekannt, ist einer unserer Männer „der ersten Stunde“. Es gab in den letzten Jahren keine Testfahrt, die er nicht begleitet hätte, um seinen wertvollen Input zu Optimierungsarbeiten zu geben.
Deshalb, und natürlich auch wegen seines erfrischenden Schreibstils, gebührt ihm an dieser Stelle die Ehre, seine persönliche Erfahrung auf der Neander einmal wiederzugeben.
Doch lesen Sie selbst:

Fahreindrücke auf einer Ölverbrennungsanlage

Sie ist anders. So hört man es von denen, die schon gefahren sind. Und schon wenn man aufgesessen ist (anders ließe es sich kaum nennen) spürt man, dass alles anders ist. Man hat also diesen Eisenhaufen zwischen den Beinen, vor einem wölbt sich die gewaltige Tankabdeckung Richtung Lenkkopf und hinter sich spürt man die (wohl notwendige) Rückenlehne und wähnt dahinter das halbmeterlange Heckteil…

Man sitzt auf – oder je nach Betrachtungsweise – IN der Neander. Die zu bewegenden 300 Kilo setzen sich weniger aus Schnickschnack, sondern vielmehr aus einem Konglomerat von mechanischen und elektronischen Bauteilen zusammen, soviel ist gewiss, und man fragt sich, ob man diese Masse Hightech sauber um die Kurven bewegen kann. Wie sagte schon Mutti immer: Versuch macht kluch. Also beherzt den Startknopf gedrückt: Aha! Kein sonores V2-Gebrummel, kein sirenenhaft aufbrüllendes Vierzylinder-Gejaule, sondern eine neue Dimension des Zweiradlärms: Es nagelt, und das nicht von schlechten Eltern. Der Diesel gibt eine deutliche Ansage von sich: Hier wird Brennstoff unter höchstem Druck verarbeitet. Am besten entgeht man dieser eher von Nutzfahrzeugen bekannten Geräuschkulisse, indem man dem Fahrzeug mal in den Hintern tritt.

Also flugs den ersten Gang eingelegt, Kupplung kommen lassen – hoppla, da geht was! - und schon knallt das Biest los. Zack! ist der zweite Gang drin, dann der dritte… und niemand denkt mehr an Nutzfahrzeuggeräusche. Schon im dritten Gang macht sich eine eher von Sportflugzeugen bekannte Melodie breit und lässt einen mit Schrecken feststellen, dass man die 100 km/h Marke schon weit überschritten hat. Himmel, was für eine Schleuder! Ganz souverän - schon fast arrogant - zieht die Fuhre von ganz unten sauber hoch und katapultiert den Fahrer in die Glückseligkeit.

Nachdem man sich in erlaubte Geschwindigkeitsbereiche eingependelt hat, beginnt es, gemütlich zu werden. Zeit, sich etwas zu räkeln, erst mal probieren, ob man auch richtig sitzt. Ja, prima, die Füße sind auch noch auf den cruisermäßig vorne angebrachten Fußrasten, die Arme bilden lediglich die gebogenen Verlängerung des weitgeschwungenen Lenkers – man nennt so was wohl ergonomische Harmonie.

Nun ist es an der Zeit, Beschleunigung und Kurventauglichkeit im Duett zu testen. Siehe da: Ein Cruiser zum um die Ecke knallen! All das anfängliche Gewicht ist wie weggeblasen, das Fahrzeug folgt scheinbar eher dem Schenkeldruck als der Lenkbewegung des Fahrers. Lammfromm wirft sich die Neander samt Fahrer in die Kurven und freut sich auf die nächste Gerade, bei der nach Herzenslust am Hahn gerissen werden kann. Hei, da geht die Post ab!

Das ist in der Tat eine neuartige Version des Gasgebens. Der Diesel drückt die Massen mit Hilfe des mit unbeugsamer Kraft einsetzenden Turboladers über den Asphalt, dass es eine wahre Freude ist. Steigungen sind nur noch geografisch existent, der Motor nimmt sie dank ungeheurer Drehmomentreserven nicht wahr. Problemlos wird der Fahrer im höchsten Gang bis 220 Stundenkilometer davongeschoben - das Fahrwerk gaukelt entschieden niedrigere Geschwindigkeit vor. Auch bei diesem Tempo sitzt man – so man denn über eine kräftige Nackenmuskulatur verfügt, die den Kopf stabilisiert – recht lässig im Sattel und würde sich nicht wundern, plötzlich links oder rechts behutsam von einem Linienflugzeug überholt zu werden.

Mit dem Geräusch einer alten Cessna bügeln wir (das Motorrad und ich) durch die Landschaft und stellen fest, dass die Mundwinkel zu einem spitzbübischen Grinsen vereist sind. Das darf wohl als Indikator für höchste Pilotenfreude gewertet werden. Das Grinsen wird kurz von einem anderen Gesichtsausdruck abgelöst, als die Bremsen zum ersten Mal zum Einsatz kommen: Hilfe! Das bremst wirklich! Ebenso schnell, wie die Kiste beschleunigt, ist sie auch geneigt, zu verzögern. Kein Wunder: Insgesamt sechs Kolben verbeißen sich in drei 320er Bremsscheiben - ein Wurfanker in eine Baumgruppe dürfte ähnliche Verzögerungswerte bewirken. Das Bremsen will also wohldosiert sein, wird aber später geübt. Wir wollen schließlich Spaß haben, die Kraftfahrerseele baumeln lassen.

Brav wird sich wieder zurückgelehnt, die Mundwinkel gehen erst nach außen, dann leicht nach oben. Souveränität ist das richtige Wort, wenn man Beschleunigung samt Körperempfindung und Sitzhaltung in einem Atemzug beschreiben will. Gepflegtes Fahren mit der Möglichkeit, bei Bedarf gehörig die Sau raus zu lassen, das tut auch dem Ego erfrischend gut. Ich werde mal nachfragen, ob es die Neander auch auf Rezept gibt.

Erste internationale Motorradpräsentation der NEANDER in Paris

Donnerstag, den 11. Oktober 2007

Großartiger Premieren-Auftritt des ersten und einzigen Turbodiesel-Motorrades der Welt

Auf der Pariser Motorrad Messe 2007 wurde unsere Neander erstmals der Weltöffentlichkeit vorgestellt: Mit durchschlagendem Erfolg. Auf über 60000qm Messefläche wurden Neuheiten und Innovationen aller großen Hersteller für das Modelljahr 2008 ausgestellt. Insgesamt waren über 800 Marken vertreten. Die Presse, sowohl national als auch international nahm unser Häppchen dankbar an und umlagerte kontinuierlich den Stand unseres Entwicklungspartners Motul, der das Motorrad präsentierte.

Die von über 300 000 Besuchern wahrgenommene Messe hat sich als dankbarer Publikumsspender erwiesen: Rund um die Uhr konnten wir mit Wohlwollen feststellen, das Journalisten und Privatpersonen gleichermaßen interessiert um die Neander herumlungerten, um das frischgeborene Zweirad zu inspizieren. Die Resonanz kann als durchschlagender Volltreffer gewertet werden: Schon am ersten Tag erwies es sich als undurchführbar, die Zahl der Schaulustigen festzuhalten. Die realistischen Schätzungen belaufen sich auf etwa 300 Kontakte pro Stunde - dagegen wirken dann selbst weltbekannte GP-Maschinen wie kalter Kaffe. Die eingefangenen Impressionen waren durchweg positiv und schwankten zwischen Faszination, Bewunderung oder schlichtem Staunen.

Viele Motorrad- Insider haben uns darin bestätigt, ein in jeder Hinsicht mutiges, neuartiges, technisch innovatives sowie attraktives Fahrzeug auf die Räder gestellt zu haben, was uns die Kraft gibt, mal wieder anständig unsere Montagehalle durchzufegen. Somit hat die Messe in Paris unsere Erwartungen weit übertroffen.

So konnten auch die ersten Bestellungen entgegengenommen werden, wonach sich die interessierten Käufer endlich auf der begehrten Warteliste für die ersten und einzigen 250 Exemplare der NEANDER eintragen durften.

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